… und warum manche es scheinend noch nicht so ganz begriffen haben.
eBay. Eine Auktionsplattform die seit vielen Jahren bestand hat, aber deren Potential einige vielleicht immer noch nicht so ganz begriffen haben.
Früher war’s so, dass der Bauer, wenn er eine neue Mistgabel haben wollte, zum lokalen Schmied ist. Der Schmied hat dann gesagt, das kostet dich 5 Pferde, und der Bauer musst einwilligen - ohne Gabel konnte er nicht gabeln, was ungemein wichtig für seinen Lebensunterhalt war.
Diese Mentalität spiegeln heutzutage auch noch einige Leute wieder, und ich versteh’s meistens nicht. Mein Vater hat seine TV’s & Co immer im MediaMarkt & Co gekauft - obwohl ich Ihm immer darauf hingewiesen hab, dass er drauf bezahlt. MM kann in gewissem Rahmen willkürlich Preise vorschreiben - und für mich ist der MM nur interessant, wenn ich a) weiß, dass ich ein Produkt nirgends günstiger (oder in akzeptablem Toleranzrahmen) finde, oder b) etwas schnell benötige, und bereit bin, ein paar Euro drauf zu zahlen.
Und ganz vorne Weg: Es gibt immer wieder Leute, die sich darüber beschweren, bei eBay von einem Verkäufer (oder Käufer) reingelegt worden zu sein. Das ist schon richtig, da treibt sich auch Gesindel rum, das nur auf Profit aus ist. Aber hätte man seine Hausaufgaben gemacht, und ein paar essentielle Tips befolgt, wäre man dem meisten (bis allem) Ärger entgangen. Aber dazu später mehr.
Der absolut große Vorteil, den ich in eBay sehe: Preiskampf. Mir geht es nicht um die Auktionen von Max Mustermann, der in seinem Speicher ein altes Fahrrad von 1860 gefunden hat, sondern um Neuware. Es gibt sehr viele Firmen, die sich ausschließlich auf den Vertrieb über eBay spezialisiert haben - und eins sollte klar sein: Wer den Artikel zum günstigsten Preis / zur besten Kondition anbietet, hat gewonnen.
Und daher lässt sich auch etwas interessantes beobachten: Scheiß auf geizhals.at, evendi & Co - auf eBay bekommt man definitiv zu 99% jeden Artikel günstiger als in jedem Online-Shop! Zumal, wenn man eBay als “Shop” betrachtet, die Produktvielfalt so ziemlich jeden Rahmen sprengt.
Und egal, was manche Leute zu Paypal sagen (eine Tochterfirma von eBay, die als Treuhänder Geldtransfer’s sichert) - für Käufe bis 100 € ist mir der Dienst ziemlich recht. Ich brauch keine fu TANs rauszusuchen, umständlich irgendwelche Online-Masken für Überweisungen ausfüllen und Tagelang auf eine Bestätigung seitens des Verkäufers warten. Ich log mich ein, Klick auf “Zahlen” - der Betrag wird per Lastschrift von meinem Konto abgezogen und von Paypal an den Verkäufer überwiesen. Und dadurch kann er sich sicher sein, dass er sein Geld bekommt - schickt dementsprechend die Ware raus, sobald er von Paypal ein OK bekommen hat. Also ca. 10 Sekunden, nachdem ich auf “Zahlen” im Paypal-Konto geklickt hab. Somit dauernd es etwa 2-3 Tage, bis ich eine Ware gekauft und per Post erhalten hab.
Nun, einige essentielle Regeln für den Kauf bei eBay:
- Jeder Ver- und Käufer besitzt ein Bewertungsprofil. Die Anzahl der Bewertungen wird in Klammern hinter dem eBay-Namen angezeigt. Je mehr Bewertungen, und je positiver diese Ausfallen (gut = über 99%, darunter ist eher Vorsicht geboten), desto weniger Sorgen muss man sich machen. Bei kleinen Beträgen kann man auch mal das Risiko eingehen, wenn 1-2 Bewertungen negativ aufgefallen sind. Und immer dran denken: 99,1 % bei etwa 30000 Bewertungen eines Powersellers bedeutet, dass fast 300 Kunden NICHT zufrieden waren. In so einem Fall vielleicht doch mal die Bewertungen durchlesen, und nachforschen, weshalb schlechte Bewertungen abgegeben wurden.
- Produktbeschreibung: Weist die Produktbeschreibung auffällige Rechtschreibfehler, zu wenig Informationen über das Produkt auf, oder ist einem allgemein irgendetwas suspekt: Finger weg.
- China, Singapor, etc.: Artikel, deren Artikelstandort als Hong Kong, Singapor, China, etc. angegeben wird, sollte man generell meiden. Meist handelt es sich entweder um irgendwelche Scheinfirmen, um irgendwelche Maschen um Steuertechnisch irgendetwas zu sparen, oder um Fake-Verkäufe, bei denen man niemals etwas vom Produkt sieht. Bei Kleinteilen, wie z.b. Handyhüllen, die 2 € + 3 € Versand kosten, kann man das Risiko mal eingehen - aber im Nachhinein nicht beschweren…!
- Versandkosten: Häufig ists so, dass Artikel ein paar Euro günstiger sind, als andere, ähnliche oder gleiche Artikel. Dabei sollte man nicht stur darauf achten, das günstigste Angebot zu ersteigern / kaufen, sondern auch ein Auge auf die Versandkosten werfen: Den hier kostet dann der Versand meist nicht 6,99 €, sondern 12,99 € - und schon ist man im Endeffekt teurer, als wenn man die 2-3€ teurere Konkurrenz ersteigert.
Wenn man diese Punkte grob beherzigt, hat man die wenigsten Probleme. Ahja, um nochmal auf das eigentliche Thema zurück zu kommen:
Dadurch, dass auf eBay ein so harter Preiskampf herrscht, profitiert natürlich der Kunde. Möchte ich ein neues Handy kaufen, zahle ich z.b. 100 € weniger als im Laden. Zum einen, weil der Laden eben gehörig Profit machen möchte (und das auch tut, solange die Leute ihre Verträge dort abschließen) - zum anderen, weil man auch mal “Aktionspreise” erwischt haben könnte. Und, mal ehrlich - ob das Handy “in großen Mengen vom Laster gefallen ist” - kann mir als Kunde egal sein. Solange ich meine Rechnung mit Mwst bekomme, darauf meine 2 Jahre Garantie und Gewährleistung, ist mir soetwas egal.
Und, auch ganz nett: Wenn ich mit einem Klatzer auf der Rückseite oder einer kleinen Delle im Akkudeckel auskommen kann, kann ich auch gezielt nach B-Ware suchen. Das sind Artikel mit Produktionsmängel, manchmal auch Ausstellungsstücke, etc. - die kosten dann noch weniger, sind technisch aber einwandfrei. Vergleichbar mit einem gut erhaltenen, gebrauchten Gerät - nur das es eben “neu” ist
Mein Notebook ist so eins - und mich stören die 2 Kratzer an der unteren Schräge kaum, in Anbetracht dessen, das ich etwa 150 € gespart habe…
Naja, soviel dazu 